Jamaika Science Fiction

Nach dem Ende der Jamaika-Sondierungen ist aus der Politik derzeit keine Versöhnung von Ökonomie und Ökologie, gelb und grün, zu erwarten. Kann die Theorie weiterhelfen oder hilft nur Science Fiction?

Dieser Text erschien zuerst beim Freitag

Jamaika Science FictionPostapokalypse in atomorange, „Blade Runner 2049“ – Foto: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Das Scheitern der Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen, oder vielmehr der einseitige Abbruch dieser Gespräche durch die FDP mag viele verschiedene Ursachen haben, auch wenn für die übrigen Sondierer bis zum Schluss eine Einigung „zum Greifen nah“ gewesen sei, wie etwa Horst Seehofer unmittelbar nach dem Ende der Gespräche meinte. Einen dankbaren Anlass für deren Abbruch bot Christian Lindner allerdings der vermeintliche Konflikt, der von Anfang an auch als naheliegendste Komplikation einer Jamaikasondierung gelten durfte: der ideelle Konflikt zwischen der FDP und den Grünen.

Mit einiger Vereinfachung lässt er sich etwa auf folgende griffige Gegensatzpaare bringen: Wirtschaft vs. Umwelt, Wachstum vs. Bewahrung, technologischer Fortschritt vs. nachhaltige Entwicklung, aber vielleicht auch Beschleunigung vs. Entschleunigung. Dieser Konflikt der politischen Praxis hat ein Pendant in der politischen Theorie, namentlich zwischen zwei Denkrichtungen, die in den letzten Jahren vermehrt an Aufmerksamkeit gewonnen haben: Akzelerationismus und Degrowth. Jener eine technophile Beschleunigungsphilosophie, diese eine Bewegung gegen das vorherrschende Wachstumsparadigma. „Jamaika Science Fiction“ weiterlesen

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