Revolutionsregime im Klimakrieg

Schön, dass nun endlich alle mehr Klimaschutz wollen, sogar die CSU. Es ist aber kein Zufall, dass derlei Lippenbekenntnisse seit Jahrzehnten nichts geändert haben. Denn der dazu nötige Bruch mit der Wachstumswirtschaft käme einer Revolution gleich

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Windräder: wichtige Werkzeuge einer Klimakriegswirtschaft oder nur weiter Wind auf die Mühlen des Wachstumsmodells? – Bild: DarkWorkX/Pixabay (CC0)

Inzwischen wollen ja wirklich (fast) alle mehr Klimaschutz. Sogar die CSU hat sich nun also dem progressiven Zeitgeist angepasst und will ganz vorne im Kampf gegen den Klimawandel mitmarschieren. Sie steht damit natürlich in bester Tradition ihres legendären Vorsitzenden Franz Josef Strauß, der sich 1968 zur Hochzeit der Studentenbewegung bemüßigt sah, auch den Begriff „konservativ“ progressiver zu deuten: „konservativ heißt, an der Spitze des Fortschritts zu marschieren“. Für Strauß bedeutete das freilich eine Industriepolitik, die dreißig Jahre später in Roman Herzogs ebenso berühmten Slogan von „Laptop und Lederhose“ mündete. 1970 etwa war Strauß an der Gründung des europäischen Flugzeugherstellers Airbus maßgeblich beteiligt. Ob für Markus Söder „Klimaschutz“ nun bedeuten soll, sein Raumfahrtprogramm „Bavaria One“ allein mit Ökostrom aufzubauen und seine neuen Satelliten nur noch mit Elektroraketen in die Atmosphäre schießen zu lassen, darüber kann jetzt fleißig spekuliert werden.

Oder man könnte sich stattdessen Gedanken darüber machen, warum ein echter Klimaschutz trotz aller Lippenbekenntnisse im Grunde seit Jahrzehnten nicht vorangekommen ist. „Revolutionsregime im Klimakrieg“ weiterlesen