Die Zukunft der Demokratie II

Wir halten die Demokratie für selbstverständlich. Aber wissen wir überhaupt, was sie ist, oder gar, was sie sein kann? Um die Zukunft der Demokratie in den Blick zu kriegen, müssen wir auch ihre Vergangenheit verstehen

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Unser mit|denker Tom Wohlfarth wird morgen auf dem FUture Slam der Langen Nacht der Wissenschaften an der FU Berlin eine kurze Geschichte der Demokratie erzählen. Seid dabei!

https://www.langenachtderwissenschaften.de/

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Die selbstbewusste Demokratie

Demokratie ist keine rein rationale Angelegenheit, sie lebt vom emotionalen Erleben ihrer Akteure, der Bürger. Die Demokratie muss also viel stärker in unserem Alltag integriert sein, um uns zu selbstbewussten Demokraten machen zu können

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Ein frühes Beispiel für selbstbewusste Demokratie: Perikles‘ Gefallenenrede – Bild: Philipp Foltz/Wikimedia

Was kann eine demokratische Gemeinschaft von Menschen tun, damit sie eine selbstbewusste demokratische Gemeinschaft wird und bleibt? Es geht bei dieser Frage wohl darum, ob „Demokratie“ von jenen „Bürgern“ tatsächlich als ein Gut erlebt und empfunden wird. Denn Churchills Schwundformel: „No one pretends that democracy is perfect or all-wise. Indeed, it has been said that democracy is the worst form of government except all those other forms that have been tried from time to time“ ist wohl kaum für oder von Bürgern geprägt, die „ihre“ Demokratie als ein hohes Gut empfinden, das sie zu schätzen wissen.

Wer einen „emotionalen“ Vergleich in Sachen demokratischem Selbstbewusstsein erleben will, der sei auf die berühmte Perikles-Rede bei Thukydides hingewiesen. Oder auf Äußerungen von Teilnehmern an „Citizen Assemblies“, die noch ganz unmittelbar von dem geflasht sind, was sie da gerade mit ihren Mitbürgern erlebt haben. Es macht also für uns als Menschen, die es schätzen, in einer Demokratie zu leben, einen nicht ganz kleinen Unterschied, ob wir unsere Demokratie auch als ein Gut für uns erleben können, oder ob wir es uns denken müssen, dass die Dinge doch eigentlich gar nicht so schlecht sind. Zumindest im Vergleich zu den katastrophalen Alternativen.

Für unser demokratisches Selbstbewusstsein ist also unser unmittelbares Erleben entscheidend. „Die selbstbewusste Demokratie“ weiterlesen

Die Angst vor der Freiheit

Wenn sich Organisationen wandeln, indem traditionelle Hierarchien aufgelöst werden, ist Angst eine der größten Blockaden. Wir wollen sie bei einer (Un-)Konferenz mit lösen helfen

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Unser mit|denker Andreas Schiel wird auf der (Un-)Konferenz „Neue Konzepte für neue Arbeit – Die Angst vor der Freiheit“ am 15. Juni in Berlin einen Workshop leiten unter dem Titel „Netzwerke des Vertrauens. Organisationen und Gesellschaft transformieren“. Die Tagung verbindet mit ihrem Thema die drei Blickwinkel von Wirtschaft, Politik und Kunst. Dazu wird es jeweils eine Keynote geben: von Jessica Wigant, Jason Brennan und Shelley Sacks. Das denkzentrum|demokratie unterstützt die (Un-)Konferenz als Partner.

Tickets gibt es auf https://priomy.events/

Die Zukunft der Demokratie

Die repräsentative Demokratie ist in der Krise und scheint von vielen Seiten bedroht: von Technokratie und Lobbyismus, von Nationalismus und Autoritarismus. Ist die Demokratie am Ende, oder hat sie noch gar nicht wirklich angefangen?

Screenshot-2018-3-21 Deutsches Theater Berlin - Welche Zukunft , von Andres Veiel und Jutta Doberstein - 21 04 2018, 20 00

Unsere mit|denker Andreas Schiel und Tom Wohlfarth gestalten gemeinsam mit der Initiative D2030 einen Workshop zur „Zukunft der Demokratie“ im Rahmen des Symposiums „Der nächste Staat“ am 21. und 22. April am Deutschen Theater Berlin und Humboldt Forum: „Wollen wir Vollbeschäftigung oder Vollautomation? Brauchen wir ein Bedingungsloses Grundeinkommen? Wollen wir mehr oder weniger Staat? In einem zweitägigen Symposium können Bürgerinnen und Bürger in Workshops neue Formen von Staat und Arbeit entwerfen.“

Die Anmeldung läuft ab heute und ist kostenlos. Meldet euch an und seid dabei!

http://humboldtforum.com/de/veranstaltungen/welche-zukunft-der-naechste-staat-1

Programm: https://cdn.deutschestheater.de/download/20743/a4_welchezukunft_symposium_programm.pdf

Neue Blog-Reihe: demokraDienstag

Für alle, denen der Politzirkus derzeit schon genug Karneval bietet, starten wir heute pünktlich zu Fasching den demokraDienstag. Unsere neue Blog-Reihe entwirft von nun an jeden zweiten Dienstag im Monat Zukunftsperspektiven der Demokratie.

Den Anfang machen unsere mit|denker Andreas Schiel und Tom Wohlfarth mit ihrem Input vom NRW-Dialogforum über Privatisierung und Wiederaneignung von Politik.

In diesem Sinne: Demokratie Alaaf und Helau!

Jamaika Science Fiction

Nach dem Ende der Jamaika-Sondierungen ist aus der Politik derzeit keine Versöhnung von Ökonomie und Ökologie, gelb und grün, zu erwarten. Kann die Theorie weiterhelfen oder hilft nur Science Fiction?

Dieser Text erschien zuerst beim Freitag

Jamaika Science FictionPostapokalypse in atomorange, „Blade Runner 2049“ – Foto: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Das Scheitern der Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen, oder vielmehr der einseitige Abbruch dieser Gespräche durch die FDP mag viele verschiedene Ursachen haben, auch wenn für die übrigen Sondierer bis zum Schluss eine Einigung „zum Greifen nah“ gewesen sei, wie etwa Horst Seehofer unmittelbar nach dem Ende der Gespräche meinte. Einen dankbaren Anlass für deren Abbruch bot Christian Lindner allerdings der vermeintliche Konflikt, der von Anfang an auch als naheliegendste Komplikation einer Jamaikasondierung gelten durfte: der ideelle Konflikt zwischen der FDP und den Grünen.

Mit einiger Vereinfachung lässt er sich etwa auf folgende griffige Gegensatzpaare bringen: Wirtschaft vs. Umwelt, Wachstum vs. Bewahrung, technologischer Fortschritt vs. nachhaltige Entwicklung, aber vielleicht auch Beschleunigung vs. Entschleunigung. Dieser Konflikt der politischen Praxis hat ein Pendant in der politischen Theorie, namentlich zwischen zwei Denkrichtungen, die in den letzten Jahren vermehrt an Aufmerksamkeit gewonnen haben: Akzelerationismus und Degrowth. Jener eine technophile Beschleunigungsphilosophie, diese eine Bewegung gegen das vorherrschende Wachstumsparadigma. „Jamaika Science Fiction“ weiterlesen

Der Losentscheid als Belebung der Demokratie

Die Parlamente mit ausgelosten BürgerInnen zu besetzen, hätte viele Vorteile. Und auch für das dann drohende Problem einer Herrschaft des Beamtenapparats könnten wir Lösungen finden

von Ardalan Alexander Ibrahim

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Aleatorische Demokratie: Einfach mal würfeln…

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich bin nach 41 Jahren Leben in einer elektoralen Demokratie nur noch genervt von Parteien, ihren Wahlversprechen, ihrem realen Verhalten nach der Wahl und von den Diskussionen, die sich darum herum ranken. Und sogar unsere ausgesprochen gut kultivierte Politikerschelte nervt mich genauso wie das erwartbare Verhalten der Berufs-Politker selbst. Trotz eines recht ausführlichen Studiums der Politischen Philosophie ist mir persönlich aber sehr lange entgangen, dass es zu all dem: zu Parteibildung und zu Wahlen, sowie zu sinnlosen moralischen Debatten eine naheliegende Alternative gibt, die bereits über Jahrhunderte erprobt war, bevor sich dann wieder mal die Feigheit vor dem Volk durchgesetzt hat: sowohl während der Französischen Revolution, als auch bei der Herausbildung der Demokratie amerikanischen Typs.

Die Rede ist vom Losentscheid als Verfahren zur Besetzung politischer Ämter. Also von einem Verfahren, dass die „Selbstbeherrschung der Menschen durch die Menschen“ aka Demokratie sehr viel unmittelbarer gestaltet, als das in einer elektoral-repräsentativen Demokratie der Fall ist. Also in einer Form von Demokratie, die wir nur deswegen für state of the art halten, weil wir uns mittlerweile an sie gewöhnt haben. „Der Losentscheid als Belebung der Demokratie“ weiterlesen