Ein Bild der Demokratie der Zukunft

Wie wäre es, wenn wir die Angst vor einer Zukunft, die wir fürchten, überwinden durch Bilder von einer Zukunft, die wir wollen? Ein Versuch

earth20day20blog
Ob in Konflikt oder Konsens, in der Demokratie der Zukunft werden wir alle auf einer gemeinsamen Ebene unterwegs sein – Bild: Earth Day Shabbat/rac.org

Dieser Artikel ist die späte Antwort auf einen Text, den Andreas Schiel vor nun schon einigen Jahren hier bei demokratiEvolution verfasst hat. Er forderte dort mit dem  anthroposophischen Bankier Wilhelm Ernst Barkhoff dazu auf, „’die Angst vor einer Zukunft, die wir fürchten‘, zumindest für einen Tag zu ‚überwinden durch Bilder von einer Zukunft, die wir wollen.’“ – Ich bin gespannt, ob das Folgende diesem Anspruch gerecht wird. „Ein Bild der Demokratie der Zukunft“ weiterlesen

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Wo ist die (inter)nationale Solidarität?

In einem der reichsten Länder der Welt könnten wir uns internationale Solidarität gut leisten. Dennoch werden sogar die Armen im eigenen Land weiter stigmatisiert

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Blockupy-Demonstranten in Frankfurt/Main 2013 – Bild: Tim/Flickr (CC BY 2.0)

Wir leben in einem der wohlhabensten Länder der Welt. Die Stimmung der Menschen spiegelt das allerdings nicht ganz so eindeutig wider. Zwar geben in Umfragen die meisten Menschen an, mit ihrer Gesamtsituation eher zufrieden zu sein. Doch soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit halten trotzdem viele für ein Problem. Der darin enthaltene Widerspruch steigert sich schließlich noch einmal, wenn es um die Frage geht, was denn jeder einzelne bereit wäre beizutragen, um soziale Ungleichheit zu bekämpfen. So gut geht es uns dann doch wieder nicht. „Wo ist die (inter)nationale Solidarität?“ weiterlesen

Die Angst vor der Freiheit

Wenn sich Organisationen wandeln, indem traditionelle Hierarchien aufgelöst werden, ist Angst eine der größten Blockaden. Wir wollen sie bei einer (Un-)Konferenz mit lösen helfen

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Unser mit|denker Andreas Schiel wird auf der (Un-)Konferenz „Neue Konzepte für neue Arbeit – Die Angst vor der Freiheit“ am 15. Juni in Berlin einen Workshop leiten unter dem Titel „Netzwerke des Vertrauens. Organisationen und Gesellschaft transformieren“. Die Tagung verbindet mit ihrem Thema die drei Blickwinkel von Wirtschaft, Politik und Kunst. Dazu wird es jeweils eine Keynote geben: von Jessica Wigant, Jason Brennan und Shelley Sacks. Das denkzentrum|demokratie unterstützt die (Un-)Konferenz als Partner.

Tickets gibt es auf https://priomy.events/

„Gefühle sind ebenso komplex wie Politik“

Im Februar 2017 hat der Thinktank d|part eine Studie zu Ängsten in Bezug auf die EU vorgestellt. Daraus geht hervor, dass viele Bürger*innen recht konkrete Sorgen und Befürchtungen in Bezug auf die EU-Politik hegen, während befragte Abgeordnete und politische Analysten eher latente Angst und allgemeine, unbegründete Befürchtungen in der Bevölkerung wahrzunehmen glauben. Über diesen Widerspruch haben wir mit Dr. Jan Eichhorn, Co-Autor der Studie und wissenschaftlicher Leiter bei d|part, gesprochen.

Dr. Jan Eichhorn ist Research Director beim Thinktank d|part und beschäftigt sich mit Fragen politischer Partizipation, vor allem auch junger Leute. Er arbeitet außerdem als Lecturer in Social Policy an der University of Edinburgh und führt vergleichende Studien zwischen Großbritannien, Deutschland und anderen europäischen Ländern durch. Die gewonnen Ergebnisse nutzt er, um Akzente in der öffentlichen und politischen Debatte zu setzen.

Augenblicklich wird viel über Gefühle gesprochen, die in der politischen Debatte und in Wahlen oft den nüchternen Blick auf politische Probleme zu verdrängen scheinen. Was könnt ihr auf der Grundlage euer Studie dazu sagen?

Wenn wir uns über Themen wie Ängste unterhalten, reden wir natürlich über Gefühle. Dazu lassen sich auf der Grundlage unserer Forschung zwei wichtige Aspekte nennen. Zum einen gibt es nicht einfach nur eine latente Angst bei den Menschen. Oft wird es zwar so dargestellt, gerade wenn es um Politik geht, dass Menschen ganz allgemein entweder ängstlich oder positiv gestimmt seien. Wenn wir den Zusammenhang aber näher betrachten und nach Themenbereichen aufgliedern, wenn wir fragen: Wovor haben Leute Angst – etwa vor dem Verlust von Arbeitsplätzen oder von nationaler Identität – dann sehen wir, dass es nur wenige Menschen gibt, die in allen Bereichen Angst haben.
Was man verstehen muss, ist, dass Emotionalität auch komplex ist, genau so wie politische Fragen komplex sind, und dass man somit Menschen nicht einfach in Schubladen stecken kann, sondern sich wirklich intensiv mit der Frage auseinandersetzen muss.

Wo ist, in Bezug auf die Ergebnisse eurer Studie, der Unterschied zwischen einer unbestimmten, allgemeinen Angst, die ja viele Politiker und Beobachter diagnostizieren, und ganz konkreten Sorgen in der Bevölkerung?

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