Das Ende vom Ende der Geschichte

Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls wird die Nachwendezeit oft kritisch betrachtet. Hätte das Projekt der liberalen Globalisierung nachhaltigeren Zuspruch bekommen, wäre es sozialer gewesen?

Berliner-Mauer
Am Ende vom Ende kommen Touristen – Bild: Thomas Ulrich/Pixabay (CC0)

Spätestens nach 30 Jahren beginnt die Gegenwart, Geschichte zu werden. Zumindest für den Historiker. Denn dann öffnen sich die Archive und wird die zeitgeschichtliche Forschung überhaupt erst möglich. Aber nach 30 Jahren beginnt auch im Menschenleben eine neue Generation und der Mensch fängt an, sich selbst historisch zu werden. So ist es kein Wunder, dass neben viel Forschungsliteratur rund um den Fall der Berliner Mauer und die deutsche Einheit vor 30 bzw. 29 Jahren gerade auch viele autobiographisch-essayistische Annäherungen an diesen Epochenbruch entstehen. Heute wissen wir, dass mit dem Ende des kalten Kriegs zwischen Kapitalismus und Kommunismus keineswegs auch das Ende der Geschichte eintrat, sondern fürchten vielmehr die Anfänge eines neuen heißen (Bürger-)Kriegs zwischen Kosmopoliten und Kommunitaristen, Gloablisierungsgewinnern und -gegnern, Rechten und Nichtrechten oder zwischen wem auch immer. Angesichts dieser neuen Unübersichtlichkeit gibt es also Anlass genug vor allem für die vermeintlichen Sieger von damals, einen kritischen Blick auf die eigene Geschichte zu werfen. „Das Ende vom Ende der Geschichte“ weiterlesen

War die DDR kapitalistischer als der Westen?

Das Potsdamer Historische Quartett debattierte über die FDP als erste Grüne, die fragliche Daseinsberechtigung der CSU, den Mauerbau im Winter und die Geschichte der Gegenwart

Dieser Artikel erscheint auch beim Freitag

Glienicker_Brücke
Glienicker Brücke zwischen Ost und West – Bild: daniel.stark/Flickr

Zeitgeschichte ist immer auch Geschichte der Gegenwart. Sie ist in eminentem Sinn unsere Geschichte und gehört somit auch in unsere Öffentlichkeit. Deswegen lädt das Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam zweimal im Jahr zum „Historischen Quartett“ in die Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek ein, um aktuelle Neuerscheinungen, Filme oder Ausstellungen vorzustellen und zu diskutieren. Das Quartett bilden die beiden Direktoren des ZZF, Frank Bösch und Martin Sabrow mit ihrer Kollegin Annette Vowinckel und jeweils einem Gast, der in dieser Woche allerdings verhindert war. Das ausnahmsweise Trio hatte sich am vorvergangenen Dienstag drei Bücher und einen Film vorgenommen. „War die DDR kapitalistischer als der Westen?“ weiterlesen