Zivilgesellschaft: Gemeinnutz oder Eigennutz?

„Attac verliert Status der Gemeinnützigkeit.“ so titelten vorletztes Wochenende verschiedene Zeitungen, allen voran die Frankfurter Rundschau . Das Frankfurter Finanzamt entzog dem globalisierungskritischen Netzwerk Attac die Gemeinnützigkeit. Dabei lobte Bundespräsident Joachim Gauck Attac erst kurz zuvor als vordenkendes Mitglied der Zivilgesellschaft. DemokratiEvolution zitierte bereits aus dieser Rede.

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Taubenzucht: Gilt als gemeinnützig

Was, wenn ich ein Ziel, aber kein Vermögen zur Hand habe?

Hierbei ging es um Stiftungen. Diese haben ein Ziel, einen Stiftungszweck, für den sie finanzielle Mittel in die Hand nehmen. Doch was, wenn ich ein Ziel, aber kein Vermögen zur Hand habe? Ist der Einfluss von Stiftungen auf Politik nicht potenziell einseitig?
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Wer gestaltet unsere Zukunft?

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Bertolt Brecht hat einmal geschrieben: „…ich will kein politisches Subjekt sein. Aber das soll nicht heißen, dass ich ein Objekt von viel Politik sein will. Da also die Wahl nur lautet, Objekt von Politik zu sein, oder Subjekt, […] muss ich wohl Politik machen […].“

Besser kann man kaum ausdrücken, warum es sich lohnt, ja unumgänglich ist, an Politik mitzuwirken, über Politik mitzuentscheiden, wenn man nicht will, dass andere über das eigene Leben und die eigene Zukunft nach Belieben bestimmen. Brecht kam zu dieser Erkenntnis in den 1930er Jahren, als in Deutschland und anderswo totalitäre Diktaturen sich anschickten, in das Leben von Millionen ungefragt und in brutalster Weise einzugreifen. Wir leben in anderen Zeiten – aber auch heute macht es nicht immer Freude, Objekt von Politik zu sein.

Gerade hatte ich Gelegenheit, an einer Konferenz der Robert-Bosch-Stiftung in Berlin teilzunehmen, deren Gäste zum Teil sehr eindrucksvoll davon berichteten, wie man im brechtschen Sinne zum Subjekt von Politik werden und damit solche Politik verändern kann, zu deren Objekt man unfreiwillig geworden ist. Unter dem Motto ‚Shape the Future‘, das sich hier nicht als bloße Phrase, sondern als zutreffende Beschreibung der Arbeit der eingeladenen Gäste erwies, hatte die Bosch-Stiftung nicht nur den Bundespräsidenten, sondern u.a. auch einen der beiden gerade ernannten Friedens-Nobelpreis-Gewinner, Kailash Satyarthi, und einen früheren Träger dieses Preises (Muhammad Yunus) zu Gast. „Wer gestaltet unsere Zukunft?“ weiterlesen