Unsere schöne neue Demokratie

Wie wird das einmal gewesen sein, als wir in den goldenen 2020er Jahren den Durchbruch von der repräsentativen zur kommunikativen Demokratie geschafft haben? Ein zukünftiger Blick zurück

breakthrough
Steht der Durchbruch zur kommunikativen Demokratie kurz bevor? – Bild: Wonder woman0731 (CC BY 2.0)

Wer hätte früher gedacht, dass die Welt im Jahr 2048, jedenfalls politisch betrachtet, einmal so schön sein würde! Ich erinnere mich noch gut, wie ich mir vor 30 Jahren ziemlich große Sorgen um die Demokratie gemacht habe. Und ich war damals bei Weitem nicht der Einzige. Spätestens als nach der vorgezogenen Bundestagswahl 2022 sowohl Union als auch SPD unter 10 Prozent Stimmenanteil gefallen waren und AfD und die gerade erst ein Jahr zuvor gegründeten „Guten“ mit ihren jeweils 27 Prozent versuchten, gegeneinander gerichtete Minderheitsregierungen zu bilden und es in vielen Städten zu Unruhen kam… da hätte sich ja wirklich niemand mehr vorstellen können, wie weitgehend reibungslos und erfolgreich die erneuerte Demokratie im Jahr 2048 arbeiten würde. „Unsere schöne neue Demokratie“ weiterlesen

Advertisements

Ein Bild der Demokratie der Zukunft

Wie wäre es, wenn wir die Angst vor einer Zukunft, die wir fürchten, überwinden durch Bilder von einer Zukunft, die wir wollen? Ein Versuch

earth20day20blog
Ob in Konflikt oder Konsens, in der Demokratie der Zukunft werden wir alle auf einer gemeinsamen Ebene unterwegs sein – Bild: Earth Day Shabbat/rac.org

Dieser Artikel ist die späte Antwort auf einen Text, den Andreas Schiel vor nun schon einigen Jahren hier bei demokratiEvolution verfasst hat. Er forderte dort mit dem  anthroposophischen Bankier Wilhelm Ernst Barkhoff dazu auf, „’die Angst vor einer Zukunft, die wir fürchten‘, zumindest für einen Tag zu ‚überwinden durch Bilder von einer Zukunft, die wir wollen.’“ – Ich bin gespannt, ob das Folgende diesem Anspruch gerecht wird. „Ein Bild der Demokratie der Zukunft“ weiterlesen

Mit Rechten reden? Differenzieren, bitte!

Die Debatte über die Eskalation auf der Buchmesse ist eskaliert, die Zeit des Redens sei vorbei. Dabei ist das ein antidemokratischer Widerspruch. Zeit zu differenzieren

Dieser Text erscheint auch beim Freitag.

Lautsprecher
Bild: cheskapoon/Pixabay (CC0)
Seit den verbalen und tätlichen Übergriffen und der Eskalation um eine von linken Demonstranten gestörte Veranstaltung des rechten Antaios-Verlags auf der Frankfurter Buchmesse hat sich eine sehr breite Diskussion darüber entwickelt, die man gut auf den Titel eines vielbeachtet auf der Messe erschienenen Buchs bringen kann: “Mit Rechten reden”. Das Spektrum in dieser Debatte reicht naturgemäß von “Mit Rechten muss man reden (jetzt erst recht)” bis “Mit Rechten darf/kann/soll man nicht reden (und jetzt erst recht nicht mehr)”.

Den vorläufigen Höhe- und Tiefpunkt hat vielleicht am Sonntag in ihrer Kolumne bei Spiegel Online Sibylle Berg erreicht. Sie entlarvt zwar nicht ganz unzutreffend die hohle Phrase eines linken “sich positionieren Müssens” und die widerliche Eklatanz in den unterschiedlichen Reaktionen auf “rechte” und “linke” Straftaten seitens der Behörden. Und doch ist ihr fatalistisches Resümee, “die Zeit des Redens ist vorbei”, und ihre letzte Hoffnung auf den linken “Schwarzen Block, die jungen Menschen der Antifa, die Faschisten mit dem einzigen Argument begegnen, das Rechte verstehen”, herablassend, viel zu einseitig und offensichtlich falsch. Hier sollte dringend differenziert werden – wohlgemerkt aber ohne irgendetwas zu relativieren.

„Mit Rechten reden? Differenzieren, bitte!“ weiterlesen