War die DDR kapitalistischer als der Westen?

Das Potsdamer Historische Quartett debattierte über die FDP als erste Grüne, die fragliche Daseinsberechtigung der CSU, den Mauerbau im Winter und die Geschichte der Gegenwart

Dieser Artikel erscheint auch beim Freitag

Glienicker_Brücke
Glienicker Brücke zwischen Ost und West – Bild: daniel.stark/Flickr

Zeitgeschichte ist immer auch Geschichte der Gegenwart. Sie ist in eminentem Sinn unsere Geschichte und gehört somit auch in unsere Öffentlichkeit. Deswegen lädt das Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam zweimal im Jahr zum „Historischen Quartett“ in die Potsdamer Stadt- und Landesbibliothek ein, um aktuelle Neuerscheinungen, Filme oder Ausstellungen vorzustellen und zu diskutieren. Das Quartett bilden die beiden Direktoren des ZZF, Frank Bösch und Martin Sabrow mit ihrer Kollegin Annette Vowinckel und jeweils einem Gast, der in dieser Woche allerdings verhindert war. Das ausnahmsweise Trio hatte sich am vorvergangenen Dienstag drei Bücher und einen Film vorgenommen. „War die DDR kapitalistischer als der Westen?“ weiterlesen

Advertisements

Keine, eine oder viele Alternativen?

Von den Gefahren des Versuches, die Regentschaft der Kaiserin TINA mit den ideologischen Waffen des 20. Jahrhunderts zu beenden

no-exit-37072_640
Wenn Situationen für ausweglos erklärt werden, lohnt es sich an Kant zu denken: Den Ausgang findet man meistens durch die Überwindung der selbst verschuldeten Unmündigkeit.

Das Ende der politischen Alternativen verkünden seit einigen Jahren Politiker und Wissenschaftlerinnen rund um den Globus. Da sind Abweichungen von dieser Sprachregelung sehr erfrischend: „The end of nature“, das Ende der Natur – oder vielleicht besser ins Deutsche übertragen: der Umwelt – vermeldete am 05. Februar der Geograph Erik Swyngedouw bei einer Veranstaltung an der Berliner Humboldt Universität. In einem der ungewöhnlichsten und inspirierendsten Vorträge, die ich in den letzten Jahren Gelegenheit hatte zu hören, erläuterte der in Belgien geborene und derzeit an der University of Manchester lehrende Wissenschaftler seine Sicht auf die Klimapolitik im Besonderen und auf den Status von Politik im 21. Jahrhundert im Allgemeinen.

Und diese Sicht beruht nicht etwa auf einer leichten Variation des bekannten TINA-Themas, sondern ist außerordentlich bemerkenswert und erhellend für alle, die an einer kritischen Analyse der größten Defizite westlicher politischer Systeme in unserer Gegenwart interessiert sind. Swyngedouw entlarvt geistreich die Denkfehler, ja man möchte sagen, die Idiotien einer Politik der Ausweg- und Alternativlosigkeit, die ganze Gesellschaften lähmen und handlungsunfähig machen kann. „Keine, eine oder viele Alternativen?“ weiterlesen