Eine neue Sprache finden

Ben Lerner sucht in seinem Roman „Die Topeka Schule“ nach den Ursprüngen unserer entgleisten Gegenwart – und nach einer Sprache der Heilung

Wie konnte es nur so weit kommen? Ein altes Schulhaus mit Trump-Plakat – Bild: Dan Gaken/Flickr

Jetzt, wo es vorbei ist (allerhöchstwahrscheinlich zumindest), kann man diese Frage nun mit etwas mehr Hoffnung stellen: Was ist angesichts von Donald Trumps so vollmundigem wie fatalem Versprechen, „America great again“ zu machen, eigentlich aus der Great American Novel, diesem anderen Mythos eines großen Amerika, geworden? Was haben die „großen“ amerikanischen Romanciers in den vergangenen vier Jahren aus den überdeutlichen Anzeichen dafür gemacht, dass das bisherige Amerika der Great American Novel womöglich unwiederbringlich untergegangen ist?

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Der Olaf-Müller-Moment

Für die politische Generation X wurde die Fortschrittshoffnung von 1989 zur Illusion, die erst mit Trump endgültig zerplatzte. Die Generation Y aber musste erst einmal politisch werden

Was hat Donald Trump eigentlich mit 1989 zu tun, außer dem historischen Datum 8./9. November? Unser mit|denker Tom Wohlfarth ist dieser Frage in einem sehr persönlichen Essay nachgegangen, der von Alaska über Italien in einen Berliner Hörsaal führt. Neu erschienen in unserer Publikationsreihe

Das Ende vom Ende der Geschichte

Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls wird die Nachwendezeit oft kritisch betrachtet. Hätte das Projekt der liberalen Globalisierung nachhaltigeren Zuspruch bekommen, wäre es sozialer gewesen?

Berliner-Mauer
Am Ende vom Ende kommen Touristen – Bild: Thomas Ulrich/Pixabay (CC0)

Spätestens nach 30 Jahren beginnt die Gegenwart, Geschichte zu werden. Zumindest für den Historiker. Denn dann öffnen sich die Archive und wird die zeitgeschichtliche Forschung überhaupt erst möglich. Aber nach 30 Jahren beginnt auch im Menschenleben eine neue Generation und der Mensch fängt an, sich selbst historisch zu werden. So ist es kein Wunder, dass neben viel Forschungsliteratur rund um den Fall der Berliner Mauer und die deutsche Einheit vor 30 bzw. 29 Jahren gerade auch viele autobiographisch-essayistische Annäherungen an diesen Epochenbruch entstehen. Heute wissen wir, dass mit dem Ende des kalten Kriegs zwischen Kapitalismus und Kommunismus keineswegs auch das Ende der Geschichte eintrat, sondern fürchten vielmehr die Anfänge eines neuen heißen (Bürger-)Kriegs zwischen Kosmopoliten und Kommunitaristen, Gloablisierungsgewinnern und -gegnern, Rechten und Nichtrechten oder zwischen wem auch immer. Angesichts dieser neuen Unübersichtlichkeit gibt es also Anlass genug vor allem für die vermeintlichen Sieger von damals, einen kritischen Blick auf die eigene Geschichte zu werfen. „Das Ende vom Ende der Geschichte“ weiterlesen