Der Losentscheid als Belebung der Demokratie

Die Parlamente mit ausgelosten BürgerInnen zu besetzen, hätte viele Vorteile. Und auch für das dann drohende Problem einer Herrschaft des Beamtenapparats könnten wir Lösungen finden

von Ardalan Alexander Ibrahim

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Aleatorische Demokratie: Einfach mal würfeln…

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich bin nach 41 Jahren Leben in einer elektoralen Demokratie nur noch genervt von Parteien, ihren Wahlversprechen, ihrem realen Verhalten nach der Wahl und von den Diskussionen, die sich darum herum ranken. Und sogar unsere ausgesprochen gut kultivierte Politikerschelte nervt mich genauso wie das erwartbare Verhalten der Berufs-Politker selbst. Trotz eines recht ausführlichen Studiums der Politischen Philosophie ist mir persönlich aber sehr lange entgangen, dass es zu all dem: zu Parteibildung und zu Wahlen, sowie zu sinnlosen moralischen Debatten eine naheliegende Alternative gibt, die bereits über Jahrhunderte erprobt war, bevor sich dann wieder mal die Feigheit vor dem Volk durchgesetzt hat: sowohl während der Französischen Revolution, als auch bei der Herausbildung der Demokratie amerikanischen Typs.

Die Rede ist vom Losentscheid als Verfahren zur Besetzung politischer Ämter. Also von einem Verfahren, dass die „Selbstbeherrschung der Menschen durch die Menschen“ aka Demokratie sehr viel unmittelbarer gestaltet, als das in einer elektoral-repräsentativen Demokratie der Fall ist. Also in einer Form von Demokratie, die wir nur deswegen für state of the art halten, weil wir uns mittlerweile an sie gewöhnt haben. „Der Losentscheid als Belebung der Demokratie“ weiterlesen

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Die Privatisierung der Politik

In den unteren Schichten gibt es die meisten Nichtwähler und die meisten Extremwähler. Beide stehen für eine Privatisierung der Politik, die Folge einer jahrzehntelangen Politik der Privatisierung ist.

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Politiker oder Privatmann? Donald Trump – Foto: Phillip Pessar/Flickr (CC BY 2.0)

Unser mit|denker Tom Wohlfarth hat in letzter Zeit zweimal über die Privatisierung der Politik geschrieben. Anlässlich der Bundestagswahl geht er bei ZEIT ONLINE der Frage nach, ob es uns eigentlich zu gut oder zu schlecht geht, um mit Wahlen etwas verändern zu wollen. Zuvor hat er beim Freitag die Privatisierung der Politik durch Trump und Co. aus einer jahrzehntelangen Politik der Privatisierung hergeleitet. Beide Texte wurden intensiv diskutiert.